Positive Effekte und Schwierigkeiten: Wie ein Projekt gelingt
Die Projekte stehen innerhalb ihrer Verbände vor unterschiedlichen Herausforderungen. Dies ist abhängig davon, ob z.B. zentrale Personen in den Verbänden und Vereinen für eine Demokratisierung, bzw. Etablierung von Beratungsangeboten in dem Verein sensibilisiert sind, ob sie sich aktiv an der Etablierung des Programms im Verband beteiligen oder dem gleichgültig oder sogar ablehnend gegenüberstehen.Das stellt die Verbände vor unterschiedliche Problemlagen. So sind die im weiteren betrachteten Erfolge und negativen Effekte in den Vereinen immer im Zusammenhang mit der Akzeptanz des Programms und der eigenen Sensibilisierung der Menschen im Verein für demokratiefeindliche und demokratiestärkende Aspekte zu betrachten
Wo stehen die Projekte?
Damit ein Projekt gelingt, braucht es viele unterschiedliche Hebel – je nach Bedingungen in den Verbänden und Vereinen.
Einerseits bedarf es einer guten Vernetzung der Demokratieberater/-innen, um sich untereinander austauschen zu können. Aber auch innerhalb des Verbands ist es wichtig Kontakte zu knüpfen und so das Beratungsangebot bekannt zu machen. Daher stellen die Berater/-innen ihr Angebot bei der Mitgliederversammlung, auf der Webseite oder durch Flyer vor, um möglichst viele Verbandsmitglieder zielgruppengerecht über das Angebot zu informieren. Gerade für die Etablierung des Beratungsangebots im Verband ist es wichtig, dass das Angebot überall gut bekannt ist, sodass die Hürden sich an die Berater/-innen zu wenden geringer wird.

Einerseits ist somit die Sensibilisierung jedes einzelnen Verbandsmitglieds und der Bekanntheits- und Vernetzungsgrad der Berater/-innen erfolgsversprechend, aber auch die Unterstützung und Förderung des Beratungsangebots durch Schlüsselakteur/-innen und Multiplikator/-innen ist von besonderer Wichtigkeit für eine nachhaltige Etablierung des Angebots.
Positive Effekte
Die Projekte zeigen in den Verbänden und Vereinen nachhaltige Veränderungen, z.B. bei der Demokratisierung von Beteiligungsprozessen im Verband, der Diskussionskultur oder den Netzwerkaktivitäten der Verbände.
Einige Organisationen haben grundsätzliche Veränderungsprozesse angestoßen und ihre Beteiligungsprozesse ausgebaut. Damit einher ging eine verstärkte Auseinandersetzung mit Elementen der eigenen Strukturen, sodass ein gesteigertes Bewusstsein für Themen rund um Beteiligung, Kommunikation und Extremismusprävention geschaffen wurde.

Nicht nur intern wurden Gremien gegründet. Auch über den Verein hinaus schlossen sich einige größeren thematischen Bündnissen an, wie dem sächsischen Bündnis gegen Rassismus. Andere vernetzen sich mit Politiker/-innen oder fanden andere Kooperationspartner für die politische Bildung. Darüber hinaus wurden Module zu programmrelevanten Themen in die Laufbahnausbildung eines Verbands integriert, sodass möglichst alle Verbandsmitglieder zu einem bestimmten Zeitpunkt mit den Programmthemen konfrontiert werden.
Schwierigkeiten bei der Umsetzung
Alle Erfolge sind vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Voraussetzungen zu brachten. Auch die positiven Effekte einer gesteigerten Beteiligungskultur können ins Negative Umschlagen und stellten die Verbände vor die Herausforderung eines übersteigerten Beteiligungsbewusstseins. Auch die transparente Gestaltung von Kommunikations- und Abstimmungsprozessen stellte einige Projekte zunächst vor die Schwierigkeit mit den komplexen neuen Strukturen umzugehen. Zudem machte die Angst vor Veränderung die Etablierung neuer Impulse schwer. Dazu kommen in einigen Vereinen stark ausgeprägte hierarchische Denkweisen, die eine Beteiligungskultur erschweren.

Weiterhin wurde die Befristung der Projektstellen als Schwierigkeit einer nachhaltigen Umsetzung angeführt. Hinderlich sind auch die knappen Zeitressourcen der Akteur/-innen. In einigen Vereinen kam es nicht zuletzt dadurch zu Überforderung und Überlastung. Es wurde auch berichtet, dass es zu einer Abwehrhaltung und einem Überdruss gegenüber den Projektthemen kam.