Programm für bürgerschaftliches Engagement und demokratisches Handeln

Workshop 10: Wie sprechen wir? – Reflexion zur Verwendung von Sprache

Im Kontext von Fluchtdebatten sind immer wieder die Begriffe Flüchtlinge und Asylanten zu lesen und zu hören. Manche Redner*innen und Schreiber*innen benutzen diese Formulierungen ganz bewusst diskreditierend, manche verwenden sie ohne das Wissen um deren negative Konnotation. Andere wählen beim Schreiben und Sprechen neutrale Begriffe wie Geflüchtete und Asylbegehrende. Sprache verändert sich – und somit auch der Inhalt einzelner Begriffe. Bei Wörtern wie dem N-Wort, das früher ohne Bedenken gesagt und geschrieben wurde, hat sich inzwischen ein Bewusstsein hinsichtlich dessen negativer Konnotation entwickelt, sodass seine Verwendung heute unangemessen ist. Hier sind sich heute viele einig, bei anderen Formulierungen ist dieses Bewusstsein aber noch nicht ganz so ausgeprägt.

Daher wollen wir uns in diesem Workshop mit Sprache und Wortwahl beschäftigten – insbesondere im Kontext der Migrations-, Integrations- und Islamdiskurse. Grundlage des Workshops ist das Glossar der Neuen Deutschen Medienmacher*innen, das die Begriffe aus den Diskursen der Einwanderungsgesellschaft unter die Lupe nimmt und Alternativen vorschlägt.

Referentin:
Canan Topçu, Mitbegründerin der Neuen Deutschen Medienmacher*innen (NDM)
Canan Topçu ist Journalistin mit einem Schwerpunkt auf die Themen Integration, Migration, Medien, Islam und muslimisches Leben in Deutschland. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Neuen Deutschen Medienmacher*innen e.V., einem Zusammenschluss von Journalist*innen, die sich als Interessenvertretung für Medienschaffende mit Migrationsgeschichte verstehen. Topçu studierte Geschichte und Literaturwissenschaft.



Dokumentation



Hier finden Sie eine schriftliche Dokumentation des Workshops: Doku-Blatt Workshop 10

Das Glossar gibt es hier zum Download: Glossar Neue Deutsche Medienmacher*innen

Hier geht's zur Website der Neuen Deutschen Medienmacher*innen

Außerdem haben wir mit der Workshop-Referentin Canan Topçu ein Gespräch für unseren Podcast NÄHER DRAN geführt:

NÄHER DRAN – der Tagungspodcast zur Fachtagung NAH DRAN 2019. Im vierten Teil sprechen Carlotta Keilholz und Almut Huss mit Canan Topçu von den Neuen Deutschen Medienmacher*innen und mit Stephanie Krauch vom Abrahamischen Forum Deutschland. Es geht um die Verrohung der Sprache – sowohl analog als auch digital - und was das mit den Betroffenen macht, um Rassismus als gesamtgesellschaftliches Problem, die Grenzen des Dialogs und die Wichtigkeit von Medienkompetenz und niedrigschwelligen Diskussionsangeboten. Trotz großer Herausforderungen bleibt Krauch positiv und Topçu fügt hinzu: "Ich möchte optimistisch und im Gespräch bleiben."